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Die Knaben C des KTV Jahrgänge 1998 und 1999 in der Feldsaison 2008
Oder der Versuch, ein halbes Jahr Hockeygeschichte in wenigen Sätzen zusammen zu fassen...
„Es ist immer wieder erstaunlich, welche Entwicklung die Kinder innerhalb nur eines halben Jahres hinlegen!“ Diesen Satz kennt bestimmt jeder Leser noch aus seiner Jugend, meist von Großeltern oder entfernten Verwandten ausgesprochen. Und nun kommt ausgerechnet dieser doch eher nervige Satz von einem der größten Fans der Jungs selbst. Also einem, der wirklich an jedem Spieltag mindestens genau so laut wie der Trainer an der Linie etwas von „Mehr Bewegung!“ oder „Der Stürmer ist der erste Verteidiger!“ oder „Die Schläger runter!“ oder „Das Dreieck bilden!“ und natürlich der Klassiker: „Die Stürmer vors Tor!“, also immer die immer gleichen Phrasen herunterbetet.
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Wie ich nun zu der Erkenntnis mit der „Entwicklung“ kam, ist an dieser Feldsaison der Knaben C wirklich bilderbuchartig nachzuvollziehen. Fangen wir also ganz vorn an. Wie immer nach der Hallensaison verlassen die „alten Hasen“ die lieb gewonnenen, behüteten Freunde in Richtung der nächst älteren Gruppe. Ein Bruch, den es erst einmal zu verdauen gilt. Der jüngere Jahrgang rückt nach, plötzlich sind die ehemals behüteten Kids die „alten Hasen“ und müssen Führungsqualitäten übernehmen. Der neue, jüngere Jahrgang fängt fast wieder ganz von vorne an. Andere Taktiken und Trainer, ein komplett neues Umfeld. Da muss sich das Team erst finden und bilden. Eine immer wieder spannende Herausforderung.
Und dann kam das Turnier in Ludwigsburg im April 2008. Im Nachhinein ein echtes Highlight. Jedenfalls aus Sicht der Kids. Unsere Jungs hatten schließlich den „Meister des Quad-Fahrens“ in ihren Reihen. Nahezu zehnmal fuhr dieser unzählige Runden im Kreis, statt sich mit einer Bratwurst zu stärken und bestenfalls mit Hockey zu beschäftigen. Seine Kollegen waren aber irgendwie auch nicht so richtig auf dem Platz und kurvten ebenfalls in Gedanken auf den Quads herum. Und so kam es wie es kommen musste. Man zahlte Lehrgeld. Der Lohn für die Teilnahme hat aber trotzdem gestimmt: Jeder Teilnehmer bekam von den Veranstaltern einen wunder-schönen Kapuzenpulli mit Hockey-Aufschrift. Und dazu noch in den KTV-Farben - blau-gelb! Klasse! Für Trainer und Fans war dies ebenfalls ein gelungenes Turnier, insbesondere um aufzuzeigen, wie man besser nicht auf den Platz gehen sollte...
Und es war dann wirklich toll zu erleben, wie sich die Kids im Verlauf der Saison von Spieltag zu Spieltag, von Turnier zu Turnier steigerten und am Ende auch mit den sogenannten großen Hockey-Teams absolut auf Augenhöhe agierten. Taktisch extrem diszipliniert, kampfstark die ein oder andere technische Limitation überspielend, waren sie in der Lage, praktisch jeden Gegner zu schlagen. Warum? Weil sie sich als Mannschaft fanden und gemeinsam an sich glaubten. Das Team war und ist der Star! Schaute man in die Gesichter der Kids, dann sah man über die Saison eigentlich immer ein zufriedenes Lächeln. Das Klima im Team konnte nicht besser sein.
Highlight an Highlight stellte sich ein. So wurde das Team auf dem Pfingstturnier in Frankfurt im Mai hervorragender Zweiter und verlor nur das Spiel gegen den späteren Sieger Frankfurt - auch wieder eher unglücklich. Ein weiterer Höhepunkt, welcher mir vermutlich noch die nächsten 10 Jahre im Gedächtnis bleiben wird, fand im Rahmen des KTV-Sommerturniers im Juni statt, als die Jungs gegen Wacker München heran mussten. Und das bereits im ersten Spiel, welches in der Vergangenheit sich immer als das schwerste herausstellte, da man irgendwie noch nicht beim Hockey-Spielen angekommen zu sein schien. Auch dieser Spielverlauf schien einen gewohnten Gang zu nehmen und bereits nach wenigen Minuten stand es 0:3 für München und der berühmte „Käse“ schien gegessen... Fragt mich bitte nicht wie und warum, doch haben die Kids dann noch Ende der ersten Halbzeit angefangen, ein Zauberhockey hinzulegen, was an der Seitenlinie die zunächst doch eher ruhigen KTV-Eltern zu Begeisterungsstürmen hinriss. Kurz, die Kids drehten das Spiel noch, gewannen 4:3 und waren zu Recht sehr stolz auf sich!
Die Erfolge trugen aber auch über die Spieltage hinaus Früchte und schienen sich herum zu sprechen! Und so konnten wir in den Jahrgängen 1998 und 1999 insgesamt vier neue Spieler begrüßen, die, nachdem sie durch die Trainer sachte an die Mannschaft herangeführt wurden, mittlerweile schon bei vielen Spieltagen „ihren Mann stehen“ konnten. Auch das ist aus meiner Sicht eines einfachen Fans ein Zeichen dafür, dass in der Gruppe die berühmte Chemie stimmt und die verantwortlichen Trainer den richtigen Draht zur Mannschaft haben. Weiter So!
Die Saison hatte so viele schöne Momente für die Kids, die Eltern, Fans und - wie ich glaube sagen zu dürfen - auch für die Trainer, dass ich allein mit Geschichten über die Knaben C des KTV dieses Heft voll bekommen hätte. Ein Highlight, welches an dieser Stelle auf jeden Fall noch Erwähnung finden sollte, betrifft nicht allein die Knaben C. Doch waren speziell die Jungs aus historischen Gründen bis zu dieser Saison verdonnert, viel zu große, komplett ausgewaschene und nicht einheitlich bedruckte „Trikots“ zu tragen. Das ist nun Dank des Einsatzes des Vereins Vergangenheit und jeder Spieler hat „sein“ Trikot, welches er mit großem Stolz trägt. Dank Sibylle Götz ist es sogar gelungen mit der Seeger & Dürr Stiftung einen Sponsor für die Knaben C zu identifizieren, der die noch offenen Kosten für die Trikots übernommen hat und nun als Dank für dieses Investment mit seinem Logo auf den stolzen Brüsten der Kids platziert ist. Für dieses Engagement möchten sich alle Verantwortlichen und Eltern der Knaben C noch einmal sehr herzlich bedanken!
Schließen möchte ich diesen kurzen Abriss der Knaben C-Feldsaison mit einem Highlight aus Sicht der Trainerin Katrin, die am 12. Juli ihren Tim heiratete. Sofort war klar, dass „ihre Jungs“ da etwas machen mussten. Da auch Katrins Mann in der Jugendarbeit aktiv ist und eine Gruppe Jungs im Fußball unterrichtet, war hier ein Informationsaustausch unter Sportlern nahezu vorprogrammiert. Und so standen dann eine große Gruppe in gelb und blau gekleideter KTV Jungs mit Schlägern in der Hand zusammen mit den Fußball-Kids Spalier und wünschten so auf ihre Weise der Trainerin und ihrem Tim alles Gute auf ihrem neuen Lebensweg. Dem schließen sich natürlich alle Eltern und Fans an!
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Mittlerweile hat die Hallensaison begonnen, in welcher die Kids auch schon wieder tolle Spiele gezeigt haben. Ich freue mich schon auf die nächsten Spieltage, wenn es am Rande des Spielfelds wieder heißen wird: „Die Schläger runter!“ oder „Mehr Bewegung im Sturm!“ oder „Schneller spielen!“.
Mein Fazit also: Weiter so Jungs, es macht uns allen großen Spaß, Zeuge eurer tollen Entwicklung zu sein! Und nächstes Jahr wird es sicher wieder spannend!
Give me five!
Euer Martin Langer
Fotos: Martin Langer (1), Rainer Beck (2) |